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Austrian Competition Team

Eine neue Custom-Waffe entsteht

Liebe Leser,

ich möchte euch hier kurz und knackig die Entstehung einer neuen Custom- Waffe im Kaliber .260 Ackley Improved vorstellen.

Entstanden ist der Gedanke, nachdem bei meiner Tikka T3 im Kaliber 6,5x55SE der Lauf nach ca. 6.500 Schuss den Geist aufgegeben hat und zum Präzisions- und Long-Range-Shooting nicht mehr zu gebrauchen war.

Nach langer Überlegung und etlichen Diskussionen mit Gleichgesinnten habe ich mich für einen neuen Lauf der Marke „BENCHMARK“ im Kaliber .260 AI entschieden.

Der Unterschied zur handelsüblichen .260 Remington ist die nach vorne gezogene, steilere (40°) Schulter und der damit ca. 5%-ige Zugewinn des Brennraumes.

IMG_2997

Der Lauf wurde durch einen Schützenkameraden, welchem ich an dieser Stelle nochmals mein herzlichstes Dankeschön aussprechen möchte – DANKE NORBERT– importiert.

Norbert hat die gesamte mechanische Arbeit am Lauf (Patronenlager reiben, Verschlussabstand, Laufmündung,…) erledigt und in stundenlanger Arbeit ein Perfektionsstück auf die Beine gestellt!

Hier im Vergleich der Originallauf (24″) zum Benchmark (28″)

Laufvergleich

Der Laufdurchmesser an der Mündung beträgt 25mm; an der Wurzel 32mm

Sämtliche Hülsen wurden zum Feuerformen vorbereitet; das heißt:

  1. Optische Prüfung der Neuhülsen (in diesem Falle .260Rem der Firma Lapua)
  2. Die Wandstärke jeder Hülse messen und Ausreißer aussortieren
  3. in meinem Fall jeden Hülsenhals auf 0,38 mm abdrehen
  4. die Länge der Hülsen auf das Maß der kürzesten trimmen
  5. nun beginnt das „Ausblasen“ bzw. Feuerformen der Hülse. Ich habe meinen ersten Versuch mit 13gr. N320 und Verdämmung mit WC-Papier versucht. Das Ergebnis war dieses (Sorry für die Qualität): Ausblasen_13grN320
  6. bei 15,5gr erzielte ich das beste Ergebnis. Die Schulter ist schön ausgeformt: Ausblasen_15,5grN320
  7. nach dem feuerformen kann es passieren, dass ein sogenannter „doughnut“ entsteht. Dies ist ein „Kringel“, welcher sich durch das Formen am unteren Rand der Hülse bildet. Falls dieser in den Bereich der Setztiefe gelangt, muss dieser unbedingt mit einer entsprechenden Reibahle entfernt werden. Die fertig bearbeiteten Hülsen sehen so aus: .260AI fertig bearbeitet

Die fertige Patrone mit einem 139gr. Scenar Geschoss sieht dann so aus:

.260 Ackley Improved mit 139gr Lapua Scenar - DRALL

.260 Ackley Improved mit 139gr Lapua Scenar

IMG_3052

Ein besonderer Dank gilt auch dem Schafthersteller:

PSE-COMPOSITES

Edi, einen herzlichen Dank für deine ausgezeichnete Arbeit!

Bei der Anschaffung eines Schaftes ist unbedingt darauf zu achten, dass der Lauf frei schwingen kann und NICHT am Schaft anliegt:

IMG_3072

Ich denke, das Endergebnis kann sich sehen lassen:

.260AI mit Benchmarklauf und PSE COMPOSITE Schaft

.260AI mit Benchmarklauf und PSE COMPOSITE Schaft

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5 Kommentare

  1. Philipp 2. Dezember 2015

    tolles Projekt! Viel Spaß noch damit 😉

  2. Gerhard 12. Dezember 2015

    Sieht unglaublich stark aus…..
    Viel Spaß damit…
    😉

  3. Christoph 5. November 2018

    Was Besonderes auf alle Fälle, sieht gut aus…
    2 Fragen hätte ich:
    Welchen Vorteil ziehst du AI in dem Kaliber (im Vergleich mit einer 6,5-284 zum Beispiel) ?
    Sollte die 6,5×55 nicht länger halten ? Hab ich nämlich auch, in diversen Foren schreiben die von 15 T Schuss aufwärts…

    LG !

    • Doberman 5. November 2018 — Autor der Seiten

      Servus!
      Die 284er kannst du damit nicht vergleichen, da es eine komplette andere Hülsengeometrie ist!

      Klar, die 6,5X55SE hält natürlich länger als die AI!
      Der große Vorteil liegt in der guten Innenballistik und darin, dass das Lager meinen Vorgaben entspricht. Ich verschieße ein 140gr. BERGER Hybrid Geschoss mit 938m/s!
      Das sollte eigentlich deine Vorteilsfrage beantworten.

      LG, Doberman

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